Haftungsfalle bei Freiberuflern

Gleichzeitige Ausübung von freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit
(BFH, Urteil vom 24.04.1997, IV R60/95)

Ein immer wieder auftretendes Problem bei Freiberuflern ist die gleichzeitig Ausübung von Tätigkeiten, die als freiberufliche Tätigkeiten und als gewerbliche Tätigkeiten einzustufen sind. Bei nicht richtiger Konzeption dieser gemischten Tätigkeit hat dies zur Folge, dass die gesamte freiberufliche Tätigkeit der Gewerbesteuer unterliegt, sofern auch nur ein Minimalanteil an gewerblicher Tätigkeit ausgeübt worden ist. Hier muss dafür Sorge getragen werden, dass stets die richtige Konstruktion gewählt wird. Zu unterscheiden ist dabei, ob die Tätigkeit insgesamt als einheitliche Tätigkeit zu betrachten ist oder nicht. Ist die Tätigkeit als einheitliche Tätigkeit zu betrachten, so gilt die sogenannte Geprägerechtsprechung des BFH.

Eine gemischte Tätigkeit muss danach qualifiziert werden, welche Tätigkeit der Gesamtbetätigung das Gepräge gibt (BFH, Urteil vom 24.04.1997 IV R60/95).Gibt der gewerbliche Teil der Betätigung das Gepräge, so gilt insgesamt die Tätigkeit als gewerbliche.

Davon zu unterscheiden sind die Fälle, bei denen die Tätigkeiten getrennt werden können. In diesen Fällen gilt dann die sogenannte "Abfärbetheorie" des BFH (Urteil vom 24.04.1997, IV R60/95). Ist bei getrennten Tätitgkeiten ein Teil gewerblich,so färbt dies auf die gesamte Tätigkeit der betreffenden Gesellschaft ab.

Bei der Verbindung von gewerblicher und freiberuflicher Tätigkeit sollte somit in jedem Fall versucht werden, die Tätigkeiten so zu konstruieren, dass es sich um getrennte Tätigkeiten handelt.Dann sollten beide Tätigkeiten durch verschiedene Gesellschaften,die ruhig personengleich sein können, ausgeübt werden. Hier bieten sich sogenannte Schwesterngesellschaften an.Erforderlich ist, dass dokumentiert wird, auch durch Buchhaltung etc., dass eine neue Gesellschaft gegründet wurde. In der neuesten Entscheidung des BFH hat der Senat darauf hingewiesen, dass die Nachteile der Abfärbetheorie dadurch vermieden werden können, dass die gewerbliche Betätigung einer Schwesterngesellschaft ausgelagert wird. Bei Schwesterngesellschaften ist dann eine gewerblich und die andere freiberuflich tätig.

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