Nachbar muss Laubbefall dulden

(Az: 13 S 10117/99)

NÜRNBERG. Ein Grundstücksbesitzer muss herabfallendes Laub und Zweige von Bäumen des Nachbarn in seinem Garten dulden. Das hat das Landgericht Nürnberg-Fürth in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschieden (Az: 13 S 10117/99). Dies gelte jedenfalls dann, wenn der Laubfall ortsüblich sei. Auch Schatten, den benachbarte Bäume werfen, müssten Gartenbesitzer als „naturgegeben" hinnehmen.

Der Kläger hatte von seinem Nachbarn verlangt, eine 15 Jahre alte und über zehn Meter hohe Weide auf sechs Meter zurückzuschneiden. Diesen Antrag lehnte das Gericht in zweiter und letzter Instanz ab. Die Beeinträchtigung, die von dem Baum ausgehe, sei unwesentlich. Zudem liege das Grundstück in einer Wohngegend, wo Laubfall nun einmal ortsüblich und damit zumutbar sei. Das Laubproblem beschränke sich außerdem auf wenige Wochen im Jahr.

Das Argument des Klägers, sein Grundstück bekomme am Nachmittag keine Sonne mehr, wurde ebenfalls zurückgewiesen. Der Nachbar muss die Weide nicht zurückschneiden.

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