Maklergebühren sind keine absetzbaren Umzugskosten

Beruflich veranlasste Umzugskosten sind zwar - ähnlich wie Aufwendungen für Fahrten zur Arbeitsstätte - grundsätzlich steuerlich absetzbar. Umstritten ist jedoch noch immer die Definition der Umzugskosten, wie eine Betrachtung der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs beweist.

DÜSSELDORF. Die Bestimmung, wann berufsbedingte und damit steuerlich abzugsfähige Umzugskosten vorliegen und wann nicht, ist ein Streit, der mit schöner Regelmäßigkeit die Finanzgerichte beschäftigt. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in jüngster Vergangenheit in mehreren Urteilen zu dieser Problematik Stellung genommen.

So erkennt die Finanzverwaltung auch Maklerkosten, die im Zusammenhang mit einem beruflichen Umzug entstanden sind, als abziehbare Werbungskosten an, wenn sie für das Anmieten einer angemessenen Wohnung am neuen Arbeitsort aufgewendet werden. Diese Abzugsfähigkeit ist jedoch nach dem Urteil des BFH vom 24.5.2000 (VI R 188/97) nicht zulässig, wenn die Kosten bei einem beruflich veranlassten Umzug für den Erwerb eines selbstgenutzten Hauses oder einer Eigentumswohnung anfallen. Denn diese Aufwendungen gehören ebenso wie Grundbuch- und Notariatskosten, Grunderwerbsteuer und andere Nebenkosten zu den Anschaffungskosten der Immobilie. Als solche können sie sich zwar bei der steuerlichen Eigenheimförderung nach dem Eigenheimförderungsgesetz auswirken. Sie sind aber nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit zu berücksichtigen, auch wenn sie ohne den beruflich veranlassten Wechsel des Wohnorts nicht angefallen wären. Denn, so der BFH: Die Anschaffungskosten eines ausschließlich privat genutzten Vermögensgegenstandes fallen in den nicht steuerbaren Bereich und können sich demgemäß nicht auf die Einkunftsermittlung auswirken.

Die gezahlte Maklercourtage ist auch nicht in der Höhe fiktiver Aufwendungen für die Vermittlung einer gleichwertigen Mietwohnung als Werbungskosten absetzbar. Der BFH folgt also nicht dem Argument, dass die Maklercourtage ja in einen beruflich veranlassten, als Werbungskosten abziehbaren Teil in Höhe der für die Vermittlung einer Mietwohnung anfallenden Gebühr und in einen privat veranlassten Teil als Differenz zur Courtage für die Vermittlung eines Einfamilienhauses aufgeteilt werden könne. Die steuerliche Berücksichtigung hypothetischer Vermittlungskosten sei einmal eine unzulässige Sachverhaltsfiktion. Zum anderen komme bei Vermögensänderungen im nicht steuerbaren Bereich eine Aufteilung von Anschaffungs- und Herstellungskosten grundsätzlich nicht in Betracht.

Einem Arbeitnehmer entstehen beruflich veranlasste Umzugskosten auch bei einer Versetzung durch seinen Arbeitgeber. Unter Umständen wird er sein Einfamilienhaus am alten Arbeitsort verkaufen müssen und am Ort der neuen Arbeitsstätte ein neues Haus kaufen wollen, wobei auch wiederum in der Regel Maklergebühren anfallen. Im Fall des BFH-Urteils vom 24.5.2000 (VI R 17/96) hatte nach seiner Versetzung ein leitender Angestellter einen Makler beauftragt, sein Eigenheim zu verkaufen; in der Nähe des neuen Arbeitsortes hatte er ein Grundstück erworben, um ein neues Haus zu bauen. Der Arbeitgeber machte später die Versetzung rückgängig, zahlte aber seinem Angestellten eine Entschädigung für die ihm entstandenen Aufwendungen. Der BFH musste entscheiden, ob diese Entschädigung lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn war und ob die verbliebenen Aufwendungen hinsichtlich des Grundstückskaufs und die Maklercourtage Werbungskosten seien.

Die vom Arbeitgeber geleistete Erstattung ist als Schadensübemahme steuerbarer Arbeitslohn. Denn die Übernahme von Verlusten durch den Arbeitgeber, die in der privaten Vermögenssphäre des Arbeitnehmers anfallen, stellt grundsätzlich Arbeitslohn dar. Nur echte Schadensersatzleistungen des Arbeitgebers, also Leistungen aufgrund eines zivilrechtlichen Schadensersatzanspruchs, der dem Arbeitnehmer gegen den Arbeitgeber zusteht, sind nicht einkommensteuerbar. Ein solcher Anspruch war im Urteilsfall nicht behauptet worden.

Keine Werbungskosten sind grundsätzlich Aufwendungen des Arbeitnehmers im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung eines Eigenheims, die wegen einer Versetzung durch den Arbeitgeber anfallen, denn sie gehören zur privaten Vermögenssphäre, die steuerlich nicht relevant ist. Anders verhält es sich aber, wenn es zum Erwerb eines neuen bzw. der Veräußerung des bisherigen Eigenheims nicht mehr kommt, wenn also in der privaten Vermögenssphäre noch keine Veränderung entstanden ist. Der Arbeitnehmer hatte das alte Haus noch nicht verkauft, sondern den Makler nur erst mit der Vermittlung beauftragt; und das am neuen Arbeitsort gekaufte Grundstück war allein aufgrund des notariellen Kaufvertrages noch nicht in das wirtschaftliche Eigentum übergegangen. Also waren die entstandenen vergeblichen Aufwendungen als Werbungskosten abziehbar.

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